Daten auf Wolke Sieben

Ich habe meine Daten lieber vor Ort im Zugriff!

Seit Jahren zieht sich das Thema „Cloud“ durch die IT-Welt. Wahre Wunder wurden dieser Wolke zugesprochen und allen, die sie ignorieren, wurde der Untergang prophezeit. Doch was ist die Cloud eigentlich?

Primär ist die Cloud ein ausgelagerter Datenspeicher irgendwo auf der Welt, auf den alle Berechtigten über das Internet zugreifen können. In der Cloud werden aber auch ganze Lösungen angeboten, d.h. Systeme aus Software und Daten, wie beispielsweise Datenbanken oder Warenwirtschaftssysteme.

Sie hat durchaus Vorteile: Die Daten liegen zentral an einem (logischen) Ort, der eine quasi unbegrenzte Kapazität hat. Betrieb und Wartung der benötigten Technik übernimmt der Cloud-Anbieter, genauso wie die Sicherung der Daten und den Ausbau der Infrastruktur. Mit all dem hat man als Nutzer also keinen Aufwand. Man speichert und nutzt einfach seine Daten und gut. Klingt gut, oder?

Gerade erst konnte ich lesen, dass laut Analysten von Gartner viele Unternehmen in Deutschland zwar auf die Cloud umgestellt hätten, aber von den ersten Abrechnungen nach Regelbetrieb regelrecht entsetzt gewesen seien. Die Kosten waren teilweise deutlich höher als ursprünglich angenommen und somit auch höher als die Kosten für die Datenspeicherung vor Ort gewesen wäre.

Dazu kommt, dass vielen Unternehmen erst im Regelbetrieb mit entsprechend vielen Nutzer auffällt, dass selbst 50 oder 100 MBit/s für den Datentransport nicht wirklich schnell ist. Von den Latenzen beim Zugriff auf Server, die beispielsweise in Irland oder gar in den USA stehen, mal ganz abgesehen. Dabei hätte einem das der gesunde Menschenverstand schon vorher sagen können.

Ich entsinne mich da an meine Jahre als externer Entwickler bei einem Anbieter für Eisenbahnsteuerungssysteme, bei dem die Entwickler oft mehrere Stunden pro Woche damit verbrachten, auf ihre Versionsverwaltung mit der dahinter liegenden Datenbank zu warten. Denn der Zugriff auf den Datenbankserver erfolgte zwar lokal im Haus, aber mit einer einzigen 100 MBit/s Leitung für alle mehr als 100 Entwickler vor Ort – macht nur noch 1 MBit/s pro Arbeitsplatz. Ungefähr so muss sich die Cloud in größeren Firmen anfühlen!

Wichtiger für meine Vorliebe, Daten lieber vor Ort zu speichern, sind aber andere Aspekte. Da wäre vor allem die Datensicherheit. Damit meine ich nicht, ob Daten verloren gehen, sondern wer sich die Daten alles ansehen kann: Der Betreiber der Cloud, dessen Mitarbeiter theoretisch alle meine Daten einsehen können. Alle Hacker weltweit, denn immer, wenn ich Daten speichere oder abrufe, sind sie im Internet unterwegs. Zwar mehr oder weniger gut verschlüsselt, aber wer weiß?

Zum anderen ist da die Frage der (vor allem in Zeiten der DSGVO wieder aktuell gewordenen) Datensparsamkeit. In einer geschäftlichen Cloud, die in der Regel mit unbegrenzter (oder zumindest exorbitant großer) Speicherkapazität wirbt, ist man als Nutzer versucht, einfach mal alles abzuspeichern. Egal, ob und wann man es je wieder braucht.

Liegen Daten hingegen lokal vor Ort, ist jemand aus dem eigenen Betrieb für deren Speicherung und Sicherung zuständig. Derjenige wird im Zweifelsfall die Notbremse ziehen und den Mitarbeitern die korrekte Datenspeicherung erläutern. Ein Cloud-Anbieter wird das nicht tun – denn sein Ziel ist es, Ihnen noch mehr Kapazität für noch mehr Geld zu verkaufen!

Zentral kann man Daten auch vor Ort speichern. Ein NAS-System lässt sich in jedem Netzwerk integrieren, mit umfangreichen Einstellungen zu Zugriffsrechten und Datenvolumen für jeden einzelnen Benutzer. Die Größe ist praktisch unbegrenzt, und Datensicherung ist bereits integriert im Form von Redundanzen und regelmäßiger Sicherung auf andere Speichermedien. Warum also meine Daten kreuz und quer durch die Welt jagen, wenn sie zuhause viel besser aufgehoben sind?

Natürlich gibt es auch einige Anwendungen, für die eine Cloud sinnvoll ist. Aber die sind erstens selten und zweitens umfassen sie dann meist nur wenige Daten. Meine Firma wird Sie gerne beraten bei der Suche nach einem optimalen Weg für Ihre Daten.

Ich bin jedenfalls froh, dass sich 99% meiner Daten lokal vor Ort befinden!

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