Arbeit gibt es eigentlich genug

Macht es einfacher, jemanden einzustellen!

Alle reden von den Millionen von Arbeitslosen. Davon, dass viele von ihnen gar nicht arbeiten wollen, und dass für die anderen nicht genug Arbeit vorhanden ist. Auch der Begriff der „Servicewüste Deutschland“ geht durch die Medien. Und mit was? Mit Recht!

Das große Aha-Erlebnis hatte ich, als ich vor nunmehr 20 Jahren in den USA war. Das Personal in den Geschäften war freundlich bis zum Erbrechen, und der König Kunde wurde vorzüglich bedient. Da wäre beispielsweise das Eintüten der Einkäufe im Supermarkt – versuchen Sie gar nicht erst, den Angestellten davon abzuhalten. Entweder, er will es nicht verstehen, oder er ist ernsthaft beleidigt! Oder die Bedienung in Restaurants – da wird Ihr Glas kostenlos nachgefüllt, bevor der letzte Schluck der vorherigen Füllung in Ihrem Magen angekommen ist. Fehlt eigentlich nur noch ein Klopapier-Abreißer auf jeder Toilette. Und selbst dieser würde seine Arbeit noch verrichten, als wäre sie die wichtigste auf der ganzen Welt.

Mit dieser Einstellung ließen sich auch bei uns hunderttausende Arbeitsplätze schaffen. Natürlich sind diese im Niedriglohnbereich. Aber was ist schlimm daran? Bevor ich mir den Hintern auf dem Sofa breitsitze und Hartz IV kassiere, arbeite ich doch lieber für mein Geld. Nur leider ist dies in Deutschland praktisch gesehen oftmals unmöglich.

Versuchen Sie mal, eine Reinigungskraft für wenige Stunden pro Monat zu bekommen. Da haben Sie genau zwei Möglichkeiten:

  • Entweder, Sie stellen jemanden „fest“ ein und kämpfen mit der überbordenden Bürokratie beim Finanzamt, bei der Krankenkasse, der gesetzlichen Unfallversicherung, der Sozialversicherung, und vieles mehr. Sie müssen im Krankheitsfall den Lohn fortzahlen und für Ersatz sorgen – das ist viel zu viel Arbeitsaufwand für wenige Stunden pro Monat.
  • Oder aber Sie suchen jemanden auf dem „freien Markt“ (auch Schwarzarbeit genannt), so, wie einige meiner Nachbarn und Bekannten. Da bleibt einem zwar der Bürokratieaufwand erspart, aber dafür ist es illegal und viel unsicherer.

Gleiches gilt für Hilfe bei der Gartenarbeit. Auch hier ist es unmöglich, jemanden zu finden, der regelmäßig, aber jeweils nur wenige Stunden pro Monat, vorbeikommt und beispielsweise Rasen mäht oder Unkraut zupft. Selbst Schüler sind sich mittlerweile zu fein, solche Arbeiten gegen ein (gar nicht mal kleines) Taschengeld auszuführen.

Was bleibt? Entweder nur ein paar Mal pro Jahr den Gärtner holen, was aber nicht wirklich funktioniert, oder auf die „Hilfe unter Freunden“ zurückgreifen, die entweder in Sachwerten oder Bar auf Tatze bezahlt wird.

Eine dritte Alternative gibt es meines Wissens nicht. Nach längerer Recherche war es mir nicht möglich, ein seriöses Unternehmen im Raum Braunschweig ausfindig zu machen, welches für Privatpersonen Putzhilfen auf Stundenbasis anbietet. Oder Hilfen für den Garten. Oder Einkaufsservice. Oder Kinderbetreuung.

Was bleibt dem eigentlich ehrlichen, Möchtegern-Arbeitgeber da noch für eine Möglichkeit, außer Schwarzarbeit zu unterstützen? Mangels der entsprechenden Anbieter für solche Dienstleistungen haben natürlich auch die eigentlich ehrlichen Arbeitssuchenden kaum eine Alternative dazu, schwarz zu arbeiten. Zumal man ganz leicht noch Hartz IV nebenbei kassieren kann.

Damit gehen dem Staat, der Sozial- und Krankenversicherung sicherlich viele Millionen, wenn nicht sogar Milliarden durch die Lappen. Und Schuld daran ist zu einem großen Teil der Regulierungs- und Vorschriftenwahn in Deutschland und Europa.

Ich zumindest habe die Suche schon seit langem aufgegeben. Denn weder Bürokratiewahn noch Schwarzarbeit sind für mich eine akzeptable Lösung. Da putze ich lieber selbst und mähe genervt den Rasen…

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