Der eigene Rhythmus ist der beste

Geschriebene Texte sind besser als Videos und Podcasts!

Als ich kürzlich überlegte, meinen Blog von früher wieder aufleben zu lassen, war ich anfangs nicht sicher, ob ein Blog, also ein Medium mit einfachen Texten, wirklich der richtige Weg ist. Schließlich hat sich in den letzten Jahren so viel getan. Videos (oder in Neudeutsch: Vlogs) sind immer allgegenwärtiger und zusätzlich gibt es Podcasts, also Sprachaufzeichnungen ohne Bild. Wäre so etwas nicht viel moderner, viel zeitgemäßer?

Wie immer bei mir in solch einer Situation folgte eine Phase der intensiven Auseinandersetzung mit dem Für und Wider aller Möglichkeiten. Begonnen mit der Frage: Welchen dieser Wege konsumiere ich eigentlich am liebsten, und warum?

Da wäre als erstes der Podcast. Relativ leicht aufzunehmen, erzeugt relativ wenig Daten und erlaubt es, beispielsweise einem Gespräch mehrerer Personen leicht zu folgen. Klingt erst einmal gut. Und doch musste ich mir eingestehen, dass ich bisher höchstens 2 oder 3 Podcasts angehört habe, und keinen davon wirklich komplett. Und das auch nur, weil es zum jeweils gebotenen Inhalt keine Alternative gab.

Beim Video oder Vlog sieht es schon etwas besser aus. Einige Dinge lassen sich mittels der Kombination aus bewegten Bildern und Sprache am schnellsten und am verständlichsten vermitteln. Bei Gesprächen lässt sich zusätzlich zum Gesprochenen die Mimik erkennen, was wertvolle Zusatzinformationen bietet. Folglich sehe ich Videos vergleichsweise oft, wenn auch nicht wirklich regelmäßig.

Was ich allerdings sehr regelmäßig tue, ist lesen. Vor allem am Bildschirm, auf dem Tablet oder auf dem Smartphone. Das geschriebene Wort hat gegenüber dem gesprochenen (oder gesungenen) Wort einfach so viele Vorteile, dass es für mich fast immer die erste Wahl ist. Vor allem, wenn es um Informationen geht.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Gründe finde ich, warum dies so ist:

  • Geschriebene Texte lassen sind immer und überall „konsumieren“. Aufgrund des Smartphones habe ich jederzeit die Möglichkeit, auf Blogs, Bücher und Webseiten zuzugreifen. Auch gedruckte Papiermedien wie Bücher und Zeitschriften sind fast jederzeit nutzbar.
  • Während ich geschriebene Texte lese, störe ich nicht die Menschen um mich herum und muss auch nicht diese widerlichen Ohrstöpsel benutzen.
  • Laute Umgebungsgeräusche, selbst massiver Lärm, verhindern nicht das Lesen. Sie machen es höchstens etwas schwerer, sich auf die Texte zu konzentrieren.
  • Wenn man möchte, und sich in entsprechender Umgebung befindet, kann man nebenbei sogar Musik hören. Und zwar die Musik, die einem selbst gefällt, und nicht dem Ersteller des Vlogs oder Podcasts.
  • Geschriebene Texte sind in der Regel gut durchdacht. Der Autor hat sich die Zeit genommen, vorab zu erarbeiten, was er in welcher Reihenfolge und wie schreiben möchte. Damit wird mir das unnötige und nervige Dauergequassel vieler Video-Blogger erspart, die ihr Gerede anscheinend nur nutzen, um Sendezeit zu schinden. Oder weil sie sich selbst so gerne reden hören.

Vor allem aber, und das ist für mich gerade in der heutigen Zeit, die zu Recht als schnelllebig bezeichnet wird, mit Abstand der wichtigste Aspekt:

  • Beim Lesen bestimme ich als Leser die Geschwindigkeit. Einzig und allein mein Rhythmus gibt vor, wie schnell und in welchen Etappen ich den Text verarbeite. Möchte ich den Text nur schnell überfliegen, um zu sehen, ob er für mich relevant ist? Kein Problem. Versuchen Sie das mal bei einem Video oder Podcast! Ich suche eine bestimmte Stelle? Bei entsprechender Lesekompetenz kein Problem. Auch das ist beim Video oder Podcast oftmals echte Geduldsarbeit (selbst wenn die Ersteller den Service von Sprungmarken anbieten).

So kam es also dazu, dass es diesen Blog mit geschriebenen Texten gibt. Damit Sie diese in Ruhe und mit der Geschwindigkeit genießen können, die für Sie die beste ist. Ohne nerviges Rauschen der Tonaufnahme, ohne unnötige Hintergrundmusik und ohne um Aufmerksamkeit heischende, quietschbunte Einblendungen.

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